Die neue Chefin

Aktualisiert: 14. Aug.


Ich habe eine neue Chefin und sie ist sehr fordernd. Weitaus fordernder, als ich mir das in der Bewerbungsphase noch vorstellen konnte. Meine Güte, niemand, wirklich niemand hat mich im Recruiting-Prozess emotional auf das vorbereiten können, was es bedeutet, diese Chefin zu haben.


Anfangs war sie sehr nachtaktiv und wir mussten im Schichtbetrieb arbeiten, damit wir alle ihre Anforderungen erfüllt bekamen. Vielleicht war das so eine Art Probezeit. Irgendwann fand sie unsere Leistung dann ok, dann hat sie uns nachts - zumindest teilweise - wieder Ruhepausen gelassen.


Apropos Pausenzeiten; die gibt es einfach nicht! Was für Arbeitsbedingungen bitte, in denen es keine Pausenzeiten gibt. Also eigentlich sind die Pausenzeiten dann, wenn die Chefin sich ausruht. Nur weiß ich eben nie, wann sie wieder aktiv wird und was fordert. Das heißt, es ist ein Job, in dem ich 24/7 in Rufbereitschaft bin. Und bekomme ich dafür zumindest einen Aufschlag? Von wegen!



Die Bezahlung lässt ohnehin zu wünschen übrig. Für diese Chefin zu arbeiten, bedeutet nämlich, dass ich in den Kollektivvertrag Care-Arbeit falle und dass dieser KV bzw. das System dahinter echt überaltert ist, wissen wir alle schon zu lange.


Die Wertschätzung im neuen Job muss man sich also in erster Linie selbst geben und sich natürlich mit anderen bestärken, die im selben KV hängen. Das hilft. Und wenn die Chefin einen dann auch mal anlächelt und lacht, glaubt man schon wieder alles ist ok und vergessen.


Ein bisschen stressig ist es schon meist, denn ich weiß ja nie wann mein Dienst wieder beginnt und was mir da begegnen wird. Mal kann es damit zu tun haben, sich zu informieren, wie man ungünstige Flecken von der Wand bekommt. Mal kann es sein, dass ich die Chefin trotz Fahrgestell, das ich ihr anbiete, doch herumtragen muss - egal ob gerade auch noch andere Sachen getragen werden müssen oder nicht. Und manchmal - ganz manchmal - kann ich hektisch ohne ihren fordernden Blick herumwuseln, wenn sie dann mal abgelenkt ist und sich mit anderen Dingen beschäftigt. Sie mag es aber nicht so gerne, wenn ich in der Arbeitszeit nicht bei der Sache bin.


Summa summarum ein rundum fordernder Job, der mir jeden Tag Neues zeigt - manchmal (Ok, oft. Naja, eigentlich immer.) auch die eigenen Grenzen.



Früher musste ich immer lachen, wenn Eltern meinten “sie geben einem ja so viel zurück”, weil es sich für mich angehört hat, als würden sie sich das zum Trost einreden. Zum Teil ist es bei mir auch so. Und zum anderen Teil ist sie einfach die beste Chefin im coolsten Job, den ich je hatte. Diese Karriereleiter erklimme ich gerne.


Hast du einen ähnlichen Job? Wie sind deine Vorgesetzten so? Ich freue mich auf deine Kommentare.


Alles Liebe,

Mama Jama


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P.S.: Kennst du Bodo Wartke? Dieser Artikel wurde durch sein großartiges Lied "Neuer Job" inspiriert:





P.P.S.: Passend dazu ein Schmankerl (danke Isabell!):






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